7. Symposium - Mut zum Wachstum: Unternehmen innovieren ihre Produkte und Services im Dialog mit Kunden.
Das 7. Symposium des Forum Wertvolle Kommunikation stellte ein wichtiges Thema in den Fokus, das bislang in der Unternehmenspraxis kaum angepackt wurde. Obwohl Wachstumsmanagement für Unternehmen aller Art eine entscheidend wichtige Disziplin ist, verstehen es nur wenige Unternehmen, organisch, von innen heraus, zu wachsen, indem neue Marktpotenziale treffsicher identifiziert und adressiert werden.
Andreas Horx, Andreas Weber, Felix Ludes, 28. Juni 2007
Das wichtigste Ergebnis des 7. Symposiums lautet: Unternehmen sind wachstumsfähig, wenn sie ihre Produkte und Services im Dialog mit Kunden permanent innovieren. Der Grad der Dialogfähigkeit einer Marke wird zukünftig ein entscheidendes Kriterium für den wirtschaftlichen Erfolg und damit für das Überleben einer Marke sein. Die Steigerung der Dialogfähigkeit einer Marke erfolgt auf Basis von Relevanz und digitaler Kompetenz.
Im Zeitalter der Web 2.0-Euphorie stellten sich deshalb für die Symposiumsteilnehmer spannende Fragen: In welche Richtung muss das Wachstumsmanagement entwickelt werden? Welche neuen Möglichkeiten gibt es und wie mutig müssen und können wir sein? Die Erkenntnisse hieraus bildeten die Basis für den lebhaften Diskurs über „Mut zum Wachstum“, den wir unter der zentralen Fragestellung wiedergeben: „Was kann der Einzelne im Unternehmen tun, um Mut zum Wachstum zu fördern?“
Nachstehend folgen Auszüge aus den Teilnehmer-Antworten.
„Meine Empfehlung lautet: Verbessern Sie vor allem die Kommunikation. Entwickeln
Sie Vertrauen in neue, zeitgemäße Medientechnologien. Zeigen Sie Visionen und Mut, damit diese auch in Ihrer Kommunikation umgesetzt werden. Nutzen Sie die Partnerschaft mit innovationsfreudigen Dienstleistern, um für Ihr Unternehmen und
Ihre Kunden die bestmöglichen Kommunikationslösungen und -maßnahmen zu entwickeln.
Neben diesen Faktoren steckt vor allem im Einsatz von modernster Technologie ein maßgebliches Merkmal für Wachstum. Bündeln Sie Ihr Potenzial, um für Ihre Kunden sehr spezifische, maßgeschneiderte Lösungsansätze zu entwickeln! Glauben Sie nicht an Lösungen von der Stange. Allerdings bedingt dies alles auch einen höheren Anspruch an die Mitarbeiter und die interaktive Kundenkommunikation. Fördern Sie und fordern Sie dies ein. Haben Sie Mut zum Mut für Wachstum.“
Thilo Reichert, Mitglied der Geschäftsführung RheinMail, Boppard.
„Mut zum Wachstum bedeutet sich zu trauen, auch mal über das Ziel hinaus
zu schießen, denn nur so kann Herausragendes erreicht werden. Bleibt nur, sich dies selbst, den Mitarbeitern und Chefs immer wieder bewusst zu machen.“
Klaus Jung, Leiter Key-Account, ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft mbH & Co. KG, Frankfurt am Main
„Seid nicht feige Leute, lasst mich hintern Baum! – Diese Strophe aus dem 1970er Liedgut des Barden Ulrich Roski skizziert trefflich die aktuelle Situation. Der Mut, die Dinge anzupacken, um als Unternehmen im Dialog mit den Kunden durch Innovation Wachstum zu erzeugen, ist dünn gesät. Der Grund: Wachstumsmanagement erfordert zuallererst einen Eingriff in die Unternehmenskultur. Das wird in der Praxis zumeist übersehen und wenn erkannt, dann nur halbherzig angepackt. Überhaupt: Wer ist eigentlich für die Unternehmenskultur als Wachstumstreiber verantwortlich?“
Andreas Weber Mentor Forum Wertvolle Kommunikation, Vorstand Value Verlag AG, Geschäftsführer Andreas Weber global communication GmbH, Mainz.
„Mut zum Wachstum heißt primär Mut zur Fantasie zu haben. Das ist keine Frage des Preises, da es nur dann teuer wird, wenn man gar keine Fantasie zu entwickeln im Stande ist!“
Günter Thomas, Geschäftsführender Gesellschafter Thomas Gruppe, Gelsenkirchen
„Der Einzelne sollte nicht versuchen in vorauseilendem Gehorsam alle Entscheidungen so vorzubereiten, dass sie möglichst angenehm für Vorgesetzte oder Kollegen zu treffen sind und auf Anhieb Gefallen finden. Der einfachste Weg ist meist nicht der, der zu Wachstum führt. Das sollte man ungekehrt auch seinen Kollegen zugestehen und ungewöhnliche Vorschläge nicht direkt abblocken, sondern ernsthaft diskutieren. Im Zweifel sollte man eher für eine ungewöhnlichere Variante als für die 08/15-Version plädieren.“
Jo Kathrin Schwerhoff, CBS Marketing Communications Professional, Canon Deutschland GmbH, Krefeld.
„In erster Linie sollte man in sich selbst hineinhorchen, um Ideen und Visionen zu
generieren und zu fördern, die einen selbst und damit idealerweise auch das Unternehmen, die Produkte und die Umwelt positiv verändern. Das funktioniert nur mit Mut zur Begeisterung und Überzeugungskraft, getreu nach Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“
Michael Stickel, General Manager Services, Wunderman und Y&R, Frankfurt.
„Wachstum bedeutet für viele die stabile Balance des Status Quo zu verlassen. Eine verstärkte soziale Bindung der Teammitglieder eines Unternehmens ermöglicht es jedoch, an anderer Stelle Balance zurückzugewinnen. Das gestärkte Gemeinsamkeitsgefühl erlaubt es dem Unternehmen, in Zeiten erhöhter Risiken und Leistungsanforderungen sehr produktiv und entwicklungsfähig zu bleiben…“
Michael Schmidt
Vorstand Hyve AG, München.
„In kleineren Unternehmen wie dem unserem geht dem Mut zum Wachstum ein zukunftorientiertes Denken voraus, gekoppelt mit der adäquaten Strukturierung von Management-, Kommunikations- und Organisationsprozessen. Im ersten Schritt erreicht man somit ein „indirektes“ Wachstum durch die Optimierung der Abläufe und Arbeitsprozesse. Dies bewirkt einen ruhigeren Ablauf,
Zufriedenheit und man vermeidet Leerlauf und Fehler. Nur so kann mittel- und langfristig ein Wachstum im Finanziellen und auf der Persönlichkeitsebene entstehen.“
Linda Holtkamp, Kontaktmanagerin, Druckerei Peter Holtkamp GmbH, Lünen
Ich sehe die Frage nach dem Wachstum vor dem Hintergrund des jüngsten Atomkraftwerk-Vorfalls in meiner Region und möchte meine Antwort mit einer Gegenfrage eröffnen: Wieviel Wachstum vertragen wir noch? Bzw. ist die Frage richtig gestellt? Ist es sinnvoll sich eine auf Wachstum basierende Wirtschaft vorzustellen, die auf einem Planeten installiert wird, der größtenteils über endliche Ressourcen verfügt? Unsere Wirtschaft wird in den nächsten Jahren zweifellos an ihre Grenzen gelangen und diese überschreiten und brechen. So werden Prognosen über ein Bevölkerungswachstum auf 9 Milliarden Menschen mittlerweile als unrealistisch eingestuft, da dieser Planet nicht genügend Nahrung für solch eine Anzahl Menschen bereitstellen kann. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen schrumpfen seit Jahren, Ernten gehen teils massiv zurück und der Wert von Feldfrüchten wird an explodierenden Preisen für fossile Rohstoffe bemessen, die sie ersetzen werden (Beispiel Biodiesel). Auf uns wartet eine völlig neue Gesellschaft. und dies ist keineswegs eine Utopie, sondern in dem hervorragenden Buch „Plan B 2.0“ von Lester R. Brown nachzulesen.
Mut zum Wachstum. Für mich bedeutet dies mittlerweile den Mut zum eigenen Wachstum. Sich den drängenden Fragen dieser Zeit nicht zu verschließen. Ist es statthaft den Energiebedarf weiter zu steigern, damit auf Kosten der Volkswirtschaft vier Unternehmen Milliarden verdienen? Ist es statthaft für deren schwindelerregende Gewinnmaximierung in der Elbmarsch Kleinkinder weiterhin an Leukämie in den Tod siechen zu lassen? Ist der Preis des Individualverkehrs von jährlich 5.000 Verkehrstoten angemessen? Muss die Automobilindustrie also weiter wachsen? Und wie hoch darf der Preis werden?
Ja, ich tanze ebenso um den Altar technischer Neuerungen, aber vielleicht ist genau da die Lösung zu suchen: Wachstum mit anderen zu lernen und sinnstiftend wirken. Austausch betreiben und Lösungen suchen, die es weiteren Generationen ermöglicht diesen Planeten zu bewohnen ohne ihn der nachfolgenden Generation wegzunehmen. Das wäre Wachstum. Besser statt mehr.
Hansjörg Fuhrken, Inhaber Büro Feuerfest, Marschacht (bei Hamburg)
„Mut zum Wachstum bedeutet für den Einzelnen und das Unternehmen auf vier Ebenen zu denken und zu agieren: 1. Positive und Negative Beispiele aus dem Umfeld (Markt, Wettbewerber etc.) aufzeigen und intern diskutieren. 2. Mit kleinen Schritten starten (zum Beispiel über Think Tanks oder Marketing-Labs), um Dinge zu testen, zu ändern bzw. Neues auf Basis von validen Erkenntnissen starten zu können. 3. Partnerschaften zu bilden, um Risiken zu verteilen und damit auch Spezialisten einbinden zu können. Und 4. Aufgaben zu verteilen und gemeinsam neue Wege zu gehen.“
Martin Aich, Geschäftsführer, Eclipse Deutschland GmbH, Konstanz
„Mut hin, Mut her: Wir müssen bereit und Willens sein, wirklich kundenorientiert zu denken! Denn alles orientiert sich an den jeweiligen Bedürfnissen und Wünschen der Kunden. Und wenn man diese Kunden richtig versteht, ergeben sich immer wieder neue Ansatzpunkte für Produkte & Dienstleistungen, um diese wertschöpfend anzubieten. Dabei ist eher der Mut zur Lücke gefragt als vielmehr die Marktforschung oder irgendwelche Umfragen. Es geht um die wirkliche Motivation eines Jeden in seinem Beruf. Dabei lautet die zentrale Frage: Spiele ich nur mit, um kurzfristig Profit zu machen, oder habe ich eine innere Passion, die ich an die Oberfläche meines Handelns treten lassen muss, um nachhaltig Wachstum zu generieren?“
Andreas Horx, Mentor Forum Wertvolle Kommunikation